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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
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Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
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Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
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Home > Journal > Berichte aus der aktuellen Spielzeit > 6. Sinfoniekonzert (Gelsenkirchen)

6. Sinfoniekonzert (Gelsenkirchen)

Musiktheater im Revier

Ein Abend zwischen Salon, Hölle und Kathedrale

von Dierk Schapals (kulturbummler)

09.02.2026

6. Sinfoniekonzert (Gelsenkirchen) Bild 6. Sinfoniekonzert (Gelsenkirchen) Bild 6. Sinfoniekonzert (Gelsenkirchen) Bild 6. Sinfoniekonzert (Gelsenkirchen) Bild 6. Sinfoniekonzert (Gelsenkirchen) Bild

Beim 6. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen im Musiktheater im Revier ließ das klug konzipierte Programm französische Romantik in all ihren Facetten aufleuchten.

Die Cellistin Raphaela Gromes eröffnete den Abend mit dem Cellokonzert von Marie Jaëll. Dieses Werk besticht durch eine subtil orchestrierte, gesangliche Melodik und bietet dem Soloinstrument Raum für lyrische Erzählungen und technische Finessen. Gromes’ Interpretation offenbarte ein warmes, erzählerisches Cellospiel, das diesem selten gespielten Werk den Glanz zurückgab, den es verdient.

Als kontrastreiches Zwischenspiel erklang Liszts „Mephisto-Walzer Nr. 1“: ein funkelndes, dramatisches Zwischenspiel, das dem Konzert Verve und orchestraler Farbenpracht verlieh.

Im Anschluss zeigte Gromes ihre ganze Bandbreite in Saint-Saëns’ berühmtem ersten Cellokonzert, welches zu den großen romantischen Konzerten zählt. Saint-Saëns lässt das Cello in allen Registern strahlen und fordert von der Solistin sowohl technische Brillanz als auch expressive Tiefe - Eigenschaften, die Gromes an diesem Abend in beeindruckender Weise verkörperte.

Den sinfonischen Abschluss bildete César Francks Sinfonie in d-Moll, ein opulentes, dichtes Werk, das zwischen tiefgründiger Reflexion und leidenschaftlicher Wucht wechselt. Unter der Leitung von Enrico Calesso entwickelte das Orchester eine beeindruckende Spannung: von dichten Streicherflächen über funkelnde Holzbläsermomente bis hin zu kraftvollen Tuttiausbrüchen.

Das Dirigat von Calesso zeichnete sich durch sorgfältige Balance und szenische Präzision aus. Sowohl bei den Solokonzerten als auch der Sinfonie wurde deutlich, wie fein abgestimmt das Orchester unter seiner Führung agiert: präzise und aufmerksam auf dynamische Nuancen und leidenschaftlich im Ausdruck. Bravi und Standing Ovations für einen Abend, der Altes neu hören ließ und klassische Meilensteine mit seltenen Schätzen verband - kraftvoll, poetisch und mit einem Soloauftritt, der lange nachklingt.