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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Carmen • Foto: Bettina Stöß
Carmen • Foto: Bettina Stöß
Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Carmen • Foto: Bettina Stöß
Carmen • Foto: Bettina Stöß

Die Fritjof-Saga

Aalto Musiktheater

Von Wikingern und starken Frauen

von Dierk Schapals (kulturbummler)

07.02.2026

Die Fritjof-Saga Bild Die Fritjof-Saga Bild Die Fritjof-Saga Bild Die Fritjof-Saga Bild Die Fritjof-Saga Bild Die Fritjof-Saga Bild Die Fritjof-Saga Bild

Die szenische Uraufführung von Elfrida Andrées 1894 komponierter Oper „Die Fritjof-Saga“ am Aalto Musiktheater war kein sofortiger Triumph, aber ein Abend, der Fragen stellte – und genau dadurch Interesse weckte.

Die Inszenierung von Anika Rutkovsky und ihrem Team Bente Rolandsdotter und Frank Philipp Schlössmann setzte auf einen ernsten, bildstarken Zugriff auf den nordischen Stoff, blieb dabei jedoch oft illustrativ und scheute die konsequente Zuspitzung. Auffällig und reizvoll war die klare Akzentverschiebung: Während die männlichen Hauptfiguren erstaunlich schwach und zögerlich gezeichnet waren, dominierten die Frauenrollen mit Präsenz, Entschlossenheit und emotionaler Kraft das Bühnengeschehen.

Musikalisch gewann der Abend deutlich an Profil. Die Sänger* innen überzeugten mit Durchschlagskraft, klarer Textverständlichkeit und starker Bühnenpräsenz.

Stellvertretend für das homogen agierende Ensemble seien Ann-Kathrin Niemczyk als Ingeborg und Deirdre Angenent als Guatemi genannt. Bei den Herren brillieren Mirko Roschkowski in der anspruchsvollen Rolle des Fritjof sowie Andreas Herrmann als alter König Ring. Der Chor präsentierte sich konzentriert und klanglich geschlossen und verlieh den großen Tableaus jene Wucht, die der Inszenierung szenisch bisweilen fehlte.

Die Essener Philharmoniker unter Leitung ihres 1. Kapellmeisters Wolfram Maria Märtig trugen den Abend mit souveräner Klangkultur, ließen die spätromantischen Farben leuchten und hielten die Spannung auch dort aufrecht, wo die Szene ins Stocken geriet.

So blieb "Die Fritjof-Saga" weniger eine glatte Wiederentdeckung als ein ernstzunehmender, stellenweise sperriger Theaterabend – einer, der nicht alles einlöst, aber neugierig macht: auf den Stoff, auf seine möglichen Lesarten und auf den Mut, auch abseits des Repertoires Fragen zu stellen.

Am Ende lautstarker Beifall vor allem für Sänger, Orchester und den Dirigenten.