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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
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Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
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Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
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Home > Journal > Berichte aus der aktuellen Spielzeit > Franco Fagioli Orchestre de l'Opera Royal de Versailles

Franco Fagioli Orchestre de l'Opera Royal de Versailles

Philharmonie Essen

Die Renaissance des letzten Kastraten

von Dierk Schapals (kulturbummler)

28.03.2026

Franco Fagioli Orchestre de l'Opera Royal de Versailles Bild Franco Fagioli Orchestre de l'Opera Royal de Versailles Bild Franco Fagioli Orchestre de l'Opera Royal de Versailles Bild Franco Fagioli Orchestre de l'Opera Royal de Versailles Bild Franco Fagioli Orchestre de l'Opera Royal de Versailles Bild

Franco Fagioli feiert Giovanni Battista Velluti

Mit Weltstar Franco Fagioli erlebte die Philharmonie Essen einen Abend vokaler Superlative. In der Reihe Große Stimmen präsentierte der argentinische Countertenor gemeinsam mit dem Orchestre de l Opéra Royal de Versailles eine exklusive Hommage an Giovanni Battista Velluti. Fagioli wandelte mit stupender Virtuosität auf den Spuren dieser Kastraten-Legende und belebte ein Repertoire, das mit extremen Intervallsprüngen einst für Vellutis phänomenale Stimme maßgeschneidert worden war.

Das Programm bot eine Mischung aus prachtvollem Orchesterglanz und berührender vokaler Verinnerlichung. Während das Orchester mit Rossinis Sinfonia aus Tancredi und der Ouvertüre zu Zingarellis Romeo und Julia brillante Akzente setzte, meisterte Fagioli die Anforderungen selten gehörter Arien von Nicolini und Bonfichi.

Besonders in den Szenen aus Bonfichis Attila demonstrierte er seinen staunenswerten Tonumfang von sonoren Tiefen bis in glasklare Höhen. Seine stilistische Brillanz und die Präzision rasanter Koloraturen ließen das Publikum im Alfried Krupp Saal den Atem anhalten.

Den hochemotionalen Schlusspunkt setzten Arien aus Rossinis Aureliano in Palmira und Mercadantes Andronico, in denen Fagioli jede Nuance zwischen heroischem Glanz und tragischer Zerbrechlichkeit auslotete. Das Orchestre de l'Opéra Royal de Versailles unter Stefan Plewniak erwies sich als idealer Partner: Mit historisch informierter Verve schufen die Musiker einen Teppich, auf dem Fagiolis Stimme ihre volle Strahlkraft entfaltete. In Stücken wie Pierre Rodes Polonaise bewies das Ensemble eine Spielfreude, die den Geist von Versailles direkt nach Essen transportierte.

Gleich drei Zugaben, darunter ein Koloraturfeuerwerk aus Rossinis Semiramide, krönten das Programm. Ein triumphaler Abend, an dem Stefan Plewniaks hochenergetisches Dirigat und Franco Fagiolis Meisterschaft zu einer vollkommenen Belcanto-Einheit verschmolzen.