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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Carmen • Foto: Bettina Stöß
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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
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Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
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Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
Carmen • Foto: Bettina Stöß

Home > Journal > Berichte aus der aktuellen Spielzeit > Georg Friedrich Händel „Giulio Cesare“

Georg Friedrich Händel „Giulio Cesare“

Philharmonie Essen

Barocke Sternstunden in Essen

von Dierk Schapals (kulturbummler)

27.02.2026

Georg Friedrich Händel „Giulio Cesare“ Bild Georg Friedrich Händel „Giulio Cesare“ Bild Georg Friedrich Händel „Giulio Cesare“ Bild Georg Friedrich Händel „Giulio Cesare“ Bild Georg Friedrich Händel „Giulio Cesare“ Bild Georg Friedrich Händel „Giulio Cesare“ Bild Georg Friedrich Händel „Giulio Cesare“ Bild

Der Abend in der Philharmonie Essen markierte einen künstlerischen Höhepunkt, als der Alfried Krupp Saal für Händels „Giulio Cesare in Egitto“ nicht nur in das warme Licht von Kerzen getaucht wurde.

Im Zentrum stand der Countertenor Jakub Józef Orliński, der die Titelrolle mit virtuoser Stimmführung und charismatischer Präsenz ausfüllte. Das Barockensemble Il pomo d'oro unter der Leitung von Francesco Corti (vom Cembalo aus) bildete ein hochdynamisches Fundament. Besonders beeindruckte die sensible Kommunikation auf dem Podium, die in den rasanten Koloraturen zu einer fast improvisatorisch anmutenden Einheit verschmolz.

An Orlińskis Seite überzeugte eine erstklassige Solistenriege: Sabine Devieilhe verkörperte eine Cleopatra von strahlender Eleganz und kristallklarer Höhe. Während Beth Taylor als Cornelia mit samtigem Alt und tiefer Tragik berührte, verlieh Rebecca Leggett dem Sesto jugendlich-stürmische Energie. Komplettiert wurde das Ensemble durch Yuri Mynenko, der als Tolomeo mit schneidender Schärfe punktete, sowie Alex Rosen, der als Achilla mit sonorer Autorität beeindruckte.

Ebenso stilsicher fügten sich die weiteren Partien ein: Marco Saccardin verlieh dem Curio mit markantem Bariton ein klares Profil, während Rémy Brès-Feuillet als Nireno mit geschmeidiger Stimme und darstellerischer Finesse überzeugte.

Die hervorragende Akustik des Saals erwies sich als Glücksfall, da sie selbst feinste Nuancen der historischen Instrumente bis in die hintersten Reihen trug. In dieser Atmosphäre verschmolzen die Ausnahmestimmen mit der historischen Aufführungspraxis zu einer Erfahrung, die Händels Opernkunst in ihrer ganzen majestätischen Tiefe und emotionalen Dringlichkeit feierte.