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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Carmen • Foto: Bettina Stöß
Carmen • Foto: Bettina Stöß
Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Carmen • Foto: Bettina Stöß
Carmen • Foto: Bettina Stöß

La traviata

Aalto Musiktheater

Lieben und Leiden im Sanatorium

von Dierk Schapals (kulturbummler)

17.01.2026

La traviata Bild La traviata Bild La traviata Bild La traviata Bild La traviata Bild La traviata Bild

Eine umjubelte Wiederaufnahme feierte Verdis Oper „La traviata“ am Aalto Musiktheater Essen. Die Inszenierung von Josef Ernst Köpplinger aus dem im Jahr 2012 zeichnet sich durch eine moderne, symbolträchtige Bildsprache und eine klare Fokussierung auf die emotionale Isolation der Hauptfigur Violetta aus. Köpplinger verbindet klassische Elemente mit zeitgenössischer Ästhetik, wodurch die gesellschaftliche Enge und Zerbrechlichkeit der Protagonistin besonders eindrucksvoll hervortraten.

Stilistisch bewegt sich die Inszenierung im Jahr 1928 und kann das Vorbild Zauberberg nicht verleugnen. Violetta erlebt am Ende ihre Lebens Freude und Leid mit Alfredo in Rückblenden noch einmal, was der Regisseur durch die ständige Bühnenpräsenz der Titelfigur noch unterstreicht. Und durch die pausenlose Fassung erhält das Werk einen ungewohnten Spannungsbogen.

Dieser Spannungsbogen wird vor allem durch die Sänger* innen der Titelpartien gehalten. Irina Simmes gestaltet die Rolle der Violetta als gebrochene Frau, die Zuflucht in den Freuden des Lebens sucht. Mit klarem Sopran ist sie sowohl stolze Frau als auch „die vom Weg abgekommene“.

Alejandro Del Angel ist feuriger Liebhaber und zweifelnder Sohn zugleich. Mit tenoralem Schmelz und einer hervorragenden darstellerischen Leistung beteuert er Violetta seine Liebe, um sie anschließend im Zorn zu demütigen.

Heiko Trinsinger als besorgter (?) Vater zieht beim Spiel mit Sohn Alfredo und „Schwiegertochter“ Violetta alle baritonalen Register. Und auch die übrigen Rollen sind gesanglich und darstellerisch mit u.a. Rosamond Thomas, Chrstina Clark oder auch Nicoara Andrei hochkarätig besetzt.

Der von Bernhard Schneider einstudierte Chor bestimmt klanggewaltig und mit Bravour die großen Tableaus und ist auch darstellerisch den ganzen Abend lang gefordert. Und dem Orchestergraben lässt Tommaso Turchetta mit den Essener Philharmoniker eine leichte du doch dramatische Italianità entströmen, die diesen Verdi zu einem Genuss werden lassen. Am Ende Bravi und Standing Ovations für einen großen Opernabend.