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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
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Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
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Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
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Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
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Home > Journal > Berichte aus der aktuellen Spielzeit > Mahler Chamber Orchestra Riccardo Minasi

Mahler Chamber Orchestra Riccardo Minasi

Philharmonie Essen

Wenn die Welt zu atmen beginnt: Mahlers Dritte in Essen

von Dierk Schapals (kulturbummler)

06.02.2026

Mahler Chamber Orchestra Riccardo Minasi Bild Mahler Chamber Orchestra Riccardo Minasi Bild Mahler Chamber Orchestra Riccardo Minasi Bild

Gustav Mahlers Dritte Sinfonie ist seine längste und monumentalste Sinfonie und entstand zwischen 1892 und 1896. Sie entwirft ein umfassendes Weltbild – vom Erwachen der Natur über Mensch und Engel bis hin zur göttlichen Liebe – und verwendet neben großem Orchester auch Alt-Solo, Frauen- und Knabenchor. Der langsame Schlusssatz gilt als einer der ergreifendsten in Mahlers gesamtem Schaffen.

Das Konzert mit dem Mahler Chamber Orchestra in der Philharmonie Essen zeigte Mahlers Dritte nicht als monumentalen Block, sondern als atmenden Organismus voller Kontraste. Das Orchester und sein Dirigent Riccardo Minasi legten Schicht um Schicht frei – und ließen die Sinfonie neu sprechen. Beeindruckende Präzision und starke szenische Kraft: Minasi artikulierte die monumentale Struktur des Werks klar und arbeitete den dramatischen Bogen von der Naturbeschreibung bis zur lyrischen Tiefe überzeugend heraus.

Die Mezzosopranistin Marianne Crebassa und die Chöre der Chorakademie Dortmund verbanden sich mit dem Orchester zu einem dichten, bewegenden Klangbild, das die emotionalen und klanglichen Facetten der Sinfonie lebendig machte. Besonders im Solo ließ die Solistin ihren warmen Alt fließen und entrückte die Zuhörer* innen in eine andere Welt.

Nach dem kraftvoll-düsteren ersten Satz und dem tänzerisch zugespitzten zweiten machte sich im Saal eine Mischung aus konzentrierter Stille und hörbarer Begeisterung bemerkbar. Der finale Schlusssatz schließlich bündelte diese Aufmerksamkeit zu einer nahezu andächtigen Ruhe.

Insgesamt erwies sich der Abend als eindringliches und nachhaltig wirkendes Hörerlebnis, in dem Mahlers visionäre Klangwelt mit großer musikalischer Intelligenz, klanglicher Sensibilität und spürbarem Engagement lebendig wurde. Bravi und Standing Ovations für einen Abend, der tief berührte.