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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
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Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
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Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
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Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
Carmen • Foto: Bettina Stöß

Home > Journal > Berichte aus der aktuellen Spielzeit > Regula Mühlemann La Folia Barockorchester

Regula Mühlemann La Folia Barockorchester

Philharmonie Essen

Zwischen Eleganz und Leidenschaft: ein außergewöhnlicher Barockabend

von Dierk Schapals (kulturbummler)

01.02.2026

Regula Mühlemann La Folia Barockorchester Bild Regula Mühlemann La Folia Barockorchester Bild Regula Mühlemann La Folia Barockorchester Bild Regula Mühlemann La Folia Barockorchester Bild

Schon mit den ersten Takten wurde in der Philharmonie Essen klar, dass dieser Barockabend mit dem La Folia Barockorchester und der Solistin Regula Mühlemann weit mehr sein würde als ein stilvoller Ausflug in die Vergangenheit.

Regula Mühlemanns Sopran zeigte sich an diesem Abend von exemplarischer barocker Eleganz: schlank geführt, von hellem, silbrigen Timbre und mit einer mühelosen Beweglichkeit, die selbst in dicht ornamentierten Passagen nie zur bloßen Virtuosität geriet. Ihre Koloraturen wirkten präzise artikuliert und organisch aus dem Affekt entwickelt, während die ruhigen Arien durch feine dynamische Abstufungen und eine bemerkenswerte Textdurchdringung an innerer Spannung gewannen.

Das Barockorchester La Folia agierte dazu als stilistisch wacher und klanglich differenzierter Partner. Das Spiel war von federnder Rhythmik, klarer Artikulation und einem transparenten Gesamtklang geprägt, der der Stimme Raum ließ, ohne an dramaturgischer Präsenz einzubüßen. Besonders im Continuo zeigte sich eine ausgeprägte Sensibilität für atmende Tempi und rhetorische Zuspitzungen – ein Orchesterspiel, das nicht begleitet, sondern erzählt.

Die Programmgestaltung erwies sich als klug disponiert: Die Abfolge von orchestralen Zwischenspielen und Arien schuf nicht nur hörbare Kontraste, sondern strukturierte den Abend wie eine dramaturgische Erzählung. Die Instrumentalstücke fungierten dabei als atmosphärische Räume, in denen sich die Affekte der folgenden Arien vorbereiteten oder nachwirkten, so dass Regula Mühlemanns Auftritte stets organisch aus dem orchestralen Geschehen hervorgingen. Dieses Wechselspiel verlieh dem Konzert eine innere Spannung und bewahrte es vor jeder Nummernhaftigkeit.

An diesem Abend wurde eindrucksvoll hörbar, wie lebendig, farbenreich und berührend barocke Musik klingen kann, wenn La Folia und Regula Mühlemann sie mit so viel Stilbewusstsein, Spielfreude und musikalischer Tiefe zum Leben erwecken.

Das Publikum dankte mit nicht enden wollenden Bravi und Standing Ovations.