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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Parsifal • Foto: Matthias Jung
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
Carmen • Foto: Bettina Stöß
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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
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Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
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Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
Carmen • Foto: Bettina Stöß

Sinfoniekonzert IX

Philharmonie Essen

Wenn Schicksal auf monumentale Romantik trifft

von Dierk Schapals (kulturbummler)

17.04.2026

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Das 9. Sinfoniekonzert der Essener Philharmoniker erwies sich als eine tiefgreifende Gegenüberstellung zweier zentraler Säulen des Repertoires unter der Leitung von Karl-Heinz Steffens.

Im Zentrum des ersten Teils stand das Konzert Nr. 1 d-Moll für Klavier und Orchester, op. 15 von Johannes Brahms, interpretiert von dem renommierten Pianisten Rudolf Buchbinder. Das Werk forderte durch seinen sinfonischen Charakter und seine enorme emotionale Tiefe sowohl vom Solisten als auch vom Orchester höchste Präzision sowie absolute Hingabe. Buchbinder bewies seine Stellung als profunder Kenner dieser spätromantischen Klangwelt und verlieh dem Dialog zwischen Tasteninstrument und dem Orchester die notwendige Gravität und Brillanz.

Den zweiten Teil des Abends dominierte Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 5 c-Moll, op. 67, die aufgrund ihres markanten Eröffnungsmotivs als weltweiter Inbegriff symphonischer Dramatik gilt. Karl-Heinz Steffens führte das Orchester durch die konsequente Entwicklung vom düsteren c-Moll hin zum strahlenden C-Dur-Finale und machte die zeitlose Relevanz des sogenannten Schicksalsmotivs für das Publikum unmittelbar greifbar. Die Kombination aus der revolutionären Energie von Beethovens Fünfter und der wuchtigen Melancholie des jungen Brahms bot einen faszinierenden Einblick in die musikhistorische Entwicklung des 19. Jahrhunderts und unterstrich die hohe interpretatorische Qualität des Orchesters.

Die Zusammenstellung bot ein Konzerterlebnis, das die strukturelle Stringenz der Wiener Klassik mit der leidenschaftlichen Expressivität der Romantik in seltener Dichte vereinte und durch die Begegnung zweier Ausnahmekünstler mit den Essener Philharmonikern im Alfried Krupp Saal zu einem musikalischen Ereignis von besonderer Strahlkraft wurde.