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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
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Rigoletto • Aalto Theater • Foto: Matthias Jung
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Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
Parsifal • Foto: Matthias Jung
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Angst und Schrecken in Mykene • Foto: Nils Heck
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Cinderella • Foto: Hans Gerritsen
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Carmen • Foto: Bettina Stöß
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Home > Journal > Berichte aus der aktuellen Spielzeit > Sir Simon Rattle / Chamber Orchestra of Europe

Sir Simon Rattle / Chamber Orchestra of Europe

Philharmonie Essen

Ein Triumph der musikalischen Moderne und Romantik

von Dierk Schapals (kulturbummler)

23.04.2026

Sir Simon Rattle / Chamber Orchestra of Europe Bild Sir Simon Rattle / Chamber Orchestra of Europe Bild Sir Simon Rattle / Chamber Orchestra of Europe Bild Sir Simon Rattle / Chamber Orchestra of Europe Bild Sir Simon Rattle / Chamber Orchestra of Europe Bild

Ein Abend von außergewöhnlicher musikalischer Transparenz und emotionaler Dichte ereignete sich in der Philharmonie Essen bei der aktuellen Tournee des Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Sir Simon Rattle.

Das Programm schlug eine faszinierende Brücke zwischen der klanglichen Experimentierfreude der Moderne und der spätromantischen Formvollendung. In der hervorragenden Akustik des Alfried Krupp Saals entfaltete sich ein Klangbild von seltener Klarheit.

Den Auftakt bildete Béla Bartóks „Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta“. In der reduzierten Besetzung des Kammerorchesters entfaltete das Werk seine volle architektonische Kraft. Rattle meisterte die vertrackten Rhythmen und die räumliche Trennung der Streichergruppen mit einer analytischen Präzision, die dennoch nie die tänzerische Leichtigkeit ungarischer Volksmusik vermissen ließ. Die Celesta-Klänge webten eine fast jenseitige, gläserne Atmosphäre, die im scharfen Kontrast zum perkussiven Feuerwerk des Schlagwerks stand.

Einen Moment des tiefen Innehaltens bot Ferruccio Busonis „Sarabande“. Das als Orchesterstudie für die Oper „Doktor Faust“ konzipierte Werk wirkte unter Rattles Händen wie ein mystisches Intermezzo. Die klangliche Sinnlichkeit und die dunklen, samtenen Farben der Partitur bereiteten den Boden für das monumentale Finale des Abends.

Johannes Brahms’ 4. Sinfonie in e-Moll bildete den krönenden Abschluss. Hier zeigte sich die besondere Synergie zwischen dem COE und Sir Simon Rattle. Fernab von schwerfälliger Tradition präsentierte das Ensemble einen Brahms, der schlank, plastisch und mit einer fast kammermusikalischen Intimität überzeugte. Besonders die Passacaglia des Finalsatzes beeindruckte durch eine unbändige Musizierlust und einen majestätischen Spannungsbogen, der das Publikum bis zum letzten Takt fesselte.

Ein triumphaler Abend, der bewies, dass diese künstlerische Verbindung zu den derzeit spannendsten Konstellationen der Klassikwelt gehört.