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Don Giovanni • Aalto Theater • Foto: Björn Hickmann
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
The Lottery • Foto: Max Borchardt
Relations (Forgotten Land) • Foto: Bettina Stöß
Don Giovanni • Aalto Theater • Foto: Björn Hickmann
Rigoletto • Foto: Matthias Jung
Philharmonie Essen • Foto: Volker Wiciok
Tanzhommage an Queen • Foto: Hans Gerritsen
The Lottery • Foto: Max Borchardt
Relations (Forgotten Land) • Foto: Bettina Stöß

Die Wildente

Grillo-Theater

Die Wahrheit als Waffe - Tragik und Täuschung am Grillo-Theater

von Dierk Schapals (kulturbummler)

19.09.2026

Die Wildente Bild Die Wildente Bild Die Wildente Bild Die Wildente Bild Die Wildente Bild Die Wildente Bild Die Wildente Bild

Was für ein Auftakt für die Spielzeit des Schauspiel Essen unter dem Motto „Radical Love"! Intendantin Selen Kara brachte Henrik Ibsens Klassiker „Die Wildente" auf die Bühne des Essener Grillo-Theaters - ohne plakative Modernisierungen.

Im Zentrum steht die Frage: Schenkt uns die schonungslose Wahrheit Freiheit, oder zerstört sie unser Lebensglück?

Die Geschichte zieht sofort in ihren Bann: Man blickt auf die Familie Ekdal. Nach außen hin wirkt alles harmonisch, doch dieses Glück steht auf einem Fundament aus Lebenslügen und Geheimnissen. Als der idealistische Jugendfreund Greger - intensiv und getrieben verkörpert von Christopher Heisler - auftaucht und mit absolutem Wahrheitsanspruch an diesem Fundament rüttelt, bricht das Kartenhaus zusammen.

In den weiteren Rollen brillierten Jan Pröhl als herrisch-distanzierter Großhändler Werle, Ines Krug als pragmatische Frau Sørby, Mathias Znidarec als exzentrisch hin- und hergerissener Hjalmar Ekdal und Sabine Osthoff als geerdete Gina Ekdal. Besonders das tragische Schicksal der Tochter Hedvig, zart und tief berührend gespielt von Katharina Petrova, geht unter die Haut.

Komplettiert wird das glänzende Ensemble durch Stefan Diekmann als wunderlicher alter Ekdal sowie Mansur Ajang als desillusionierter Arzt Relling.

Das Regie-Konzept glänzt durch eine ganz besondere Atmosphäre: Die titelgebende Wildente sucht man auf der Bühne vergeblich. Stattdessen verwandelt sich der geheimnisvolle Dachboden, in dem das Tier eigentlich lebt, in einen faszinierenden Klangraum.

Die Inszenierung nimmt hier fast die Züge eines packenden Hörspiels an! Unterstützt wird diese dichte Stimmung durch das Bühnenbild von Lydia Merkel sowie die Live-Musik unter der Leitung von Torsten Kindermann.

Die beiden Musiker Volker Kamp und Jörg Siebenhaar begleiten das Ensemble direkt auf der Bühne mit Tenorhorn und Akkordeon. Ein absolut sehenswerter Theaterabend, der noch lange nachwirkt!