Sinfoniekonzert I
Philharmonie Essen
Wagner trifft Bruckner!
von Dierk Schapals (kulturbummler)
18.09.2026
Das 1. Sinfoniekonzert der Essener Philharmoniker in der Philharmonie Essen stellte zwei ganz große Komponisten der Spätromantik in den Mittelpunkt.
Das Orchester brachte bedeutende Werke von Richard Wagner und Anton Bruckner auf die Bühne und zeigte eindrucksvoll, wie eng das Schaffen dieser beiden Musiker miteinander verbunden war. Man erlebte einen Abend voller dramatischer Kontraste und musikalischer Pracht.
Den Anfang machte Richard Wagners ,,Siegfried-ldyll" - ein tief privates, fast zärtliches Tongedicht, das der Komponist einst als Überraschung und feierliches Geburtstagsständchen für seine Ehefrau Cosima schuf.
Es bildete das Iyrische Präludium für ein monumentales Hauptwerk des Abends: Anton Bruckners Sinfonie Nr. 3 d-Moll. Diese ursprünglich dem ,,Meister" Wagner gewidmete Sinfonie bestach durch typisch brucknersche Grandezza, dramatische Brüche und visionäre Wucht. Das Orchester brachte die gereifte dritte Fassung von 1889, die dem einst verkannten Komponisten den ersehnten Triumph sicherte.
Am Dirigentenpult stand der international profilierte Gastdirigent Bertrand de Billy, der mit diesem klugbalancierten Programm sein umjubeltes Debüt bei den Essener Philharmonikern gab.
Er formte den riesigen Klangkörper mit spürbarer Hingabe und meisterte den anspruchsvollen Bogen zwischen Wagners Intimität und Bruckners sinfonischen Kathedralen bravourös.
Die Musikerinnen und Musiker folgten seinen Impulsen mit absoluter Genauigkeit und bewiesen in den gewaltigen Steigerungen eine beeindruckende klangliche Homogenität. Ein echtes Fest für die Ohren.